In der Anthroposophie bezeichnet die Ahriman-Inkarnation nicht nur einen einzelnen ahrimanischen Impuls, sondern die angekündigte Verkörperung Ahrimans in menschlicher Gestalt. Rudolf Steiner beschrieb sie 1919 als eine künftige Inkarnation im Westen und stellte sie in die Polarität zwischen der luziferischen Vergangenheit, der Christus-Inkarnation und einer kommenden Ahriman-Inkarnation.
Dabei unterscheidet sich der Prozess in drei Phasen: Vorbereitung, Inkarnation und Nachwirkung. Die Vorbereitung geschieht nach Steiner bereits lange vor der eigentlichen Verkörperung. Bestimmte Entwicklungen der Menschheit können dabei ahrimanische Kräfte verstärken und eine Umgebung schaffen, in der Materialismus, Intellektualismus, Technisierung, Angst, Kontrolle und die Fixierung auf das Äußerlich-Messbare besonders wirksam werden.
Die eigentliche Inkarnation soll nach Steiner im Westen erfolgen. Er nennt keinen eindeutig identifizierbaren Menschen und liefert keine überprüfbare historische Zuordnung. Entscheidend ist für ihn vielmehr die richtige Stellung des Menschen gegenüber dieser Inkarnation. Sie soll nicht einfach bekämpft, sondern bewusst erkannt und geistig bewältigt werden.
Viele anthroposophischen Deutungen verorten die Vorbereitung und mögliche Inkarnation Ahrimans nicht erst in ferner Zukunft, sondern im Umfeld des Übergangs zum 21. Jahrhundert und insbesondere in dessen erstem Drittel. Aus dieser Perspektive befinden wir uns gegenwärtig in einer besonders spannungsreichen Phase: Die beschleunigte Technologisierung, Digitalisierung, künstliche Intelligenz, algorithmische Steuerung, zunehmende Vernetzung sowie neue Möglichkeiten von Überwachung und Kontrolle können als äußere Erscheinungsformen jener ahrimanischen Kräfte gelesen werden, deren Wirksamkeit Steiner im Zusammenhang mit der Vorbereitung dieser Inkarnation beschrieben hat.
Dabei geht es gerade nicht darum, jede technische Entwicklung als „böse“ zu betrachten, sondern darum, die geistige Qualität dieser Entwicklungen zu erkennen und bewusst mit ihnen umzugehen. AnthroWiki betont entsprechend, dass Ahrimans Wirken nicht verhindert werden solle, sondern dass die Menschheit lernen müsse, es bewusst zu erkennen und richtig einzuschätzen. Die mögliche Nachwirkung besteht darin, dass der Mensch an der Begegnung mit Ahriman seine eigene Begrenzung auf das Physische erkennen und dadurch bewusster werden kann. Gerade die ahrimanischen Kräfte können so – paradox – zu einem Anlass für geistige Entwicklung werden. Steiner betont deshalb die Aufgabe, zwischen luziferischen und ahrimanischen Einseitigkeiten eine freie, bewusste Mitte des ICH zu entwickeln.
- Beispiele für ahrimanische Verdichtungen
-
-
2000: Internet als Massenmedium als ahrimanischer Impuls
-
2020: COVID-19 Maßnahmen als ahrimanischer Impuls
-
2022: Künstliche Intelligenz als ahrimanischer Impuls
-

Zitate:
Ehe auch nur ein Teil des 3. nachchristlichen Jahrtausends abgelaufen sein wird, erfolgt im Westen eine Inkarnation Ahrimans. Diese Inkarnation bereitet er jetzt schon vor: durch Förderung der Ansicht, den Kosmos als eine Maschine aufzufassen, der Stimmung, es genüge für das öffentliche Leben, die Menschen wirtschaftlich zufriedenzustellen, des nationalen Prinzips und der Parteistandpunkte sowie der einseitigen Auffassung der Evangelien.
Denn, sehen Sie, es hilft nichts anderes, die richtige Stellung zu finden gegenüber dem, was da in der Menschheitsentwickelung sich abspielen wird durch Ahriman, als unbefangen die Kräfte kennenzulernen, durch die das Ahrimanische wirkt, und auch die Kräfte kennenzulernen, durch welche die Menschheit sich wappnen kann, um nicht versucht und verführt zu werden durch die ahrimanischen Mächte.
Gleichfalls recht konkret wird Dimitar Mangurov, wenn er über die Inkarnation Ahrimans spricht: "Es steht der Zusammenstoß mit dem inkarnierten Antichrist. Nun können wir schon mitteilen, dass er sich im Jahre 2029 inkorporieren wird, wenn sein Gefäß das 30. Jahr erreicht. Ahriman wird im Gefäß drei Jahre leben. Die nächste Frage lautet, wer das Gefäß ist. Diese Frage kann auch schon beantwortet werden.
…
Dieser ahrimanische Schwarzmagier hat sich am 11.08.1999 wieder inkarniert und er ist derjenige, der vorbestimmt ist, Ahriman in sich aufzunehmen. Bisher wissen wir nicht, wie die Inkorporation selbst verlaufen wird, doch dieser Magier ist an sich schon ein ernstzunehmender Gegner. Wie stark wird er wohl sein, wenn Ahriman in ihn eintritt?! Ist sich der heutige Mensch des abstrakten reflektierenden Denkens überhaupt bewusst, was ihn erwartet?!"[3]
…
Laut Nostradamus und Solowjew wird Ahriman um das Jahre 2033 in einen Menschen inkarnieren, möglicherweise ein Präsident Frankreichs.
Aber geschichtlich finden wir, daß das Luziferische überwog in gewissen Strömungen der Kulturentwickelung der vorchristlichen Zeit und bis in die ersten Jahrhunderte der nachchristlichen Zeit hinein, daß dagegen Ahriman seit der Mitte des 15. Jahrhunderts wirkt und immer stärker und stärker wird, bis eine wirkliche Inkarnation des Ahriman unter der westlichen Erdenmenschheit stattfinden wird.
…
Nun ist das Eigentümliche, daß solche Dinge lange vorbereitet werden. Die ahrimanischen Mächte bereiten die Entwickelung der Menschheit so vor, daß, wenn einstmals innerhalb der westlichen Zivilisation, die dann kaum noch Zivilisation zu nennen sein wird in unserem Sinne, Ahriman in Menschengestalt erscheint, so wie einstmals Luzifer in China in Menschengestalt erschienen ist, wie Christus Jesus in Menschengestalt erschienen ist in Vorderasien, die Menschheit Ahriman verfallen kann. Es hilft nichts, über diese Dinge sich Illusionen hinzugeben. Ahriman wird erscheinen in Menschengestalt. Es wird sich nur darum handeln, wie er die Menschen vorbereitet findet: ob seine Vorbereitungen dazu helfen, daß er die ganze Menschheit, die sich heute die zivilisierte nennt, zu seinen Anhängern hat, oder ob er die Menschheit so findet, daß sie ihm Widerstand leisten kann.
Siehe auch:
Weblinks: